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Lehmputz ist ein vollwertiger Wandaufbau mit einer Schichtdicke von mehreren Millimetern. Er wird auf dem Rohuntergrund oder auf einem Unterputz aufgetragen und trägt zur Feuchteregulierung und Wärmedämmung bei. Lehmfarbe ist ein Anstrichmittel auf Lehmbasis, das in sehr dünner Schicht aufgetragen wird und in erster Linie eine dekorative Funktion hat. Die feuchteregulierenden Eigenschaften einer Lehmfarbe sind aufgrund der geringen Schichtdicke begrenzt.
Kalk hat einen hohen pH-Wert, der das Wachstum von Schimmelpilzen hemmt. Das bedeutet aber nicht, dass Kalkputz Schimmel unter allen Umständen verhindert. Bei anhaltend hoher Feuchtebelastung durch Wärmebrücken oder unzureichende Lüftung kann sich auch auf Kalkputz Schimmel bilden. Kalkputz kann in solchen Situationen das Schimmelwachstum verlangsamen, aber nicht die Ursache beseitigen.
Richtig verarbeiteter Lehmputz auf einem geeigneten Untergrund ist sehr dauerhaft. Historische Gebäude zeigen, dass Lehmputze über Jahrhunderte halten können. Entscheidend sind die Verarbeitungsqualität, ein geeigneter Untergrund und der Schutz vor dauerhafter Feuchtigkeit. Bei mechanischer Beschädigung kann Lehmputz leicht repariert werden, da er sich gut ergänzen lässt.
Das hängt vom Material und den verwendeten Zusatzstoffen ab. Zellulosedämmung und Holzfaserdämmung werden in der Regel mit Borsalzen behandelt, die das Brandverhalten verbessern. Schafwolle und Hanf ohne Zusätze sind schwerer entflammbar als viele Kunststoffprodukte, erreichen aber nicht die Brandschutzklasse von Mineralwolle. Die Brandschutzklasse ist immer im Produktdatenblatt angegeben und muss bei der Planung berücksichtigt werden.
Hanffasern können Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben, ohne dabei ihre Dämmwirkung vollständig zu verlieren. Das ist ein Vorteil gegenüber Mineralwolle. Dauerhaft hohe Feuchtebelastung kann aber auch bei Hanfdämmung zu Schimmel führen, insbesondere wenn Biozide fehlen oder ausgespült wurden. Die Verarbeitungshinweise der Hersteller zur Winddichtigkeit und Dampfdiffusion sollten genau beachtet werden.
VOC steht für "Volatile Organic Compounds", also flüchtige organische Verbindungen. Diese können beim Trocknen der Farbe in die Raumluft übergehen. "VOC-arm" bedeutet, dass der VOC-Gehalt unter einem bestimmten Grenzwert liegt. Die EU-Richtlinie 2004/42/EG definiert Grenzwerte für verschiedene Farbkategorien. Produkte mit dem Blauen Engel (RAL-UZ 102) müssen strengere Grenzwerte einhalten. Wichtig: "VOC-arm" sagt nichts über andere mögliche Schadstoffe aus.
Unabhängig geprüfte Labels für Wandfarben sind unter anderem der Blaue Engel (Umweltbundesamt), das Natureplus-Zeichen (für Naturfarben mit strengen Anforderungen an Rohstoffherkunft und Verarbeitung) und das EMICODE-System der GEV für Emissionen. Labels wie "ökologisch", "natürlich" oder "bio" ohne Verweis auf eine externe Prüfstelle und ein konkretes Prüfverfahren sind keine unabhängig vergebenen Zertifikate.